Sprachliche Kommunikation

Die elementare Form sprachlicher Kommunikation ist der Dialog. Zm Beispiel dieser:

Ein drei Jahre und vier Monate alter Junge denkt ausdrücklich darüber nach, wie Tiere denken: Er beobachtet, wie die junge Hündin Ivy einen Bogen um einen am Rand der Straße liegenden gelben Plastikmüllsack macht und wie seine Mutter der Hündin verständlich zu machen versucht, dass sie keine Angst zu haben brauche. Sein Kommentar, als das mehr und mehr zu gelingen scheint:

Ich glaub, die Ivy denkt, dass das Tiere sind. So Mülltiere.
Darauf seine Mutter:
Aber nein, Hunde können sich doch keine Gedanken machen.
Und der die beiden begleitende Großvater des Jungen:
Welche Kreativität der Wortbildung!
Die psycholinguistisch geschulte Erzieherin, am nächsten Morgen mit der Fallgeschichte konfrontiert.
Was für eine komplexe Syntax schon.

Die soziale Struktur der Sitaution ist bemerkenswert komplex: Die erste Person äußert eine Vermutung, die zweite Person stellt sie in Frage; eine dritte wertet eine Kennzeichung sprachästhetisch, und eine vierte diagnostiziert einen bestimmten grammatischen Entwicklungsstand. Zwei Mitspieler, ein verständiger Bebachter, eine wissenschaftlch geschulte Analytikerin.

Vier Rollen: (1) ein Kind, das sich Gedanken darüber macht, ob sich Hunde auf die Weise Gedanken machen können, dass sie besitmmte Objekte so identifizieren können, als ob sie zu einer bestimmten Art gehören; (2) seine Mutter, die verstanden zu haben scheint, worauf das Kind hinaus will und dazu Stellung nimmt; (3) der Großevater als ein hypothetisch Beteiligter; (4) die Expertin mit einem geschulten Blick für theoriefähige Abstraktionen. Alle drei Personen meinen die Äußerung des Kndes verstanden u haben – und nehmen mit ihren eigenen Äußerungen auf ihr eigenes Verständnis Bezug.

Der Dialog zwischen Personen kann als ein Prozess der wechselseitigen Interpretation angesehen werrden: P2 antowortet auf P1 , indem sie eine Brücke zwischen ihrer Sprache und ihrer Welt und der Sprache und Welt von P1 schlägt.P3 interpretiert diesen impliziten Interpretationsprozess vor dem Hinttergrund geteilter Erfahrung explizit, und P4 tut das mit Bezug auf einen wissenschaftlichen Bezzugsrahmen.

Linguisten mag die syntaktische Komplexität der Ausdrucksweise, Philosophen die gedankliche Tiefe des Gehalts der Äußerung beschäftigen. In jedem Fall ist Interpretation die Basis fürs Verstehen, für die Beobachtung, für die Analyse und für die Diagnose. Wie, beispielsweise, wollen wir den Ausdruck so Mülltiere entwicklungsbezogen beschreiben und bewerten können, ohne ihn ausdrücklch verstanden zu haben? Ohne eine Explikation des Impliziten, ohne ein Making It Explicit, geht da nichts. Wie es der kompetente, der sprachbewusstere Sprecher ja auch kann, wenn er sich zum Beispiel misvserstanden glaubt. (Wenn er denn auch sprachanalytisch zu denken gelernt hat, dh. mit der Kunst der Übersetzung des sprachlichen Knowing How in ein begriffliches Knowing That vertraut ist.)

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