Sprachkompetenz

Wer die Sprachkompeetnz Lernender untersucht, wer ihren Stand und iire Entwicklung und Förderung beobachtet, beschreibt und bewertet,  der tut das mt Bezug auf sogenannte Standards. Die Diagnose sprachlicher, schriftsprachlicher, literarischer, ästhetischer Kompetenz(en) etwa von Schülern der gymnasialen Oberstufe nimmt Bezug auf sogenannte Bildungsstandards des Deutschunterrichts; die Diagnose der sogenannten Lesekompetenz von Fünfzehnjährigen setzt einen bestimmten Standard von Lesefähigkeit voraus.

Wer bestimmt aber,  was die besagten Standards ausmacht? Die, die zu wissen meinen, worauf es der Qualifikatione wegen ankommt? Oder die, die  über eine bestimmte wissenschaftliche Expertise verfügen? Die Bildungsökonomen der OECD, die PISA-Designer, die Didaktiker oder die Bildungsforscher? (Und welche Bildungsforscher?)

In keinem Fall wird man sprachliche Kompetenzen ohne ein Verständnis sprachlicher Fähigkeiten bestimmen, beschreiben und beurteilen können. Wer beispielsweise mit einem eher laienhaften Konzept der Lesefähgkeit, der Literacy arbeitet (die PPISA-eExperten tun das, wenn sie sich an eine kognitivistische, kulturwissenschaftlich ganz und gar unureichende  Verstehenstheorie stützen), der ist wissenschaftlich nicht besonders gut beraten.

Sprachliche Fähigkeiten erschließen sich uns bei der Beobachtung dessen, was die Leute tun, wenn sie miteinander reden, einander schreben, sich über die technisierten Medien mit einander sprachlich austauschen. Was uns schon die alltägiche Erfahrung lehrt, ist die Erkenntnis, dass es ganz verschiedene sprachliche Fähigkeien gibt;  dass es manche gibt, die man schon gelernt haben muss, um andere lernen zu können; dass Sprachgebrauch Spprachverständnis einschließt; dass wir bei der Analyse der sprachlichen Fähigkeiten gut daran tun, das sprachliche Knowing How eben nicht mit dem Knowing That zu verwechseln. (Die Vorstellung, dass Sprechende sich gewisse Regeln der Satzgrammatik im Kopf hersagen, damit de Sätze auch äußern können, die hat ja erwas Absurdes: als ob unser sprachliches Bewusstsein einer Art Lehrbuch-Gtammatik entspräche.)

Wie denkt die Sprachwissenschaft über sprachliche Fähgkeiten? Wie unterscheidet sie sie? Und wie erforscht sie ihre Aneigenung und Überlieferung? Und welche Theorie der Sprache ist dabei im Spiel? Was spricht für sie etwa dafür, grammatische Fähigkeiten (und Kompetenzen) vorauszusetzen, und was macht für sie die Grammatik der Sprachen) aus? Wie beispielsweise steht sie zu der Idee mancher Eltern, dass die grammatische Kompetenz von Kindern auch darin bestehe, in ganzen Sätzen reden zu können?

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